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Koipflege Teil 1
Tuesday, 5. January 2010
Sie werden Fragen, warum schreibt er einen Bericht über Koipflege. Antwort, weil leider viel zu oft Fehler bei der Haltung von Koi gemacht werden.

Es ist leider nicht so einfach, dass man nur einen geeigneten Teich benötigt – wobei schon dies zu einer mehrwöchigen Diskussion führen kann – selbst im besten Koiteich passiert es, dass die Koi sich nicht gut entwickeln, weil bei der Haltung Fehler gemacht werden.

Ich werde in dieser Artikelreihe über zwei Themen schreiben, einmal über die grundsätzliche Koipflege und einmal über die an die Jahreszeiten angepasste Koipflege. Mit an die Jahreszeiten angepasste Koipflege meine ich, die von der Temperatur des Wassers abhängige Pflege. An dieser Stelle möchte ich auch gleich betonen, dass ich zwar ein Verfechter der Teichheizung bin, aber eben nur der Teichheizung und Erwärmung in Frühjahr, Sommer und Herbst. Im Winter soll der Teich ruhig abkühlen. Da muss nur sicher gestellt werden, dass er nicht unter 4°C abkühlt.

Beginnen wir mit der allgemeinen Koipflege. Im Einzelnen handelt es sich hier um folgende Punkte die zu besprechen sind:

1. Wasserpflege

2. Fütterung wie oft, welche Menge, schwimm oder sink, vielfalt, naturnah

3. Teichmanagement, Keimrate, Wasserwerte, Sauerstoffgehalt, Schwankungen

Wasserpflege

Warum bedeutet Koipflege Wasserpflege. Wir Koihalter müssen uns frei machen von den Begriffen und Werten die wir als Menschen kennen und auf die wir Wert legen. Ein für uns sauberes Wasser, z.B. das Trinkwasser aus der Wasserleitung, ist für den Koi schädlich. Also ist der Begriff sauberes Wasser für Koi näher zu definieren und keinesfalls unsere Wertvorstellung anzuwenden. Im Gegenteil, wir benötigen sogar ein leicht verschmutztes Wasser um es für die Koi genießbar (ertragbar) zu machen. Deshalb ist auch die Wasserbehandlung mit Ozon, die dazu dienen soll das Teichwasser glasklar zu machen, für eine gute Koipflege abzulehnen.

Welches Wasser benötigen Koi? Koi sind, wie wir ja wissen, Karpfen. Es hilft, wenn wir uns an der Natur orientieren, bzw. wenn wir schauen, wo kommt der Karpfen in der Natur vor. Das hat den Grund, dass der Karpfen sich als Lebewesen an diese Umwelt angepasst hat. Dies bedeutet, er hat eine Körperform die für diese Umwelt optimal ist, er hat Sinnesorgane die zur Versorgung mit Nahrung in dieser Umwelt dienen und er ist so ausgestattet, dass er sich in dieser Umwelt besonders gut vor Feinden schützen kann.

Der Karpfen kommt in vielen Verschiedenen Habitaten vor, in langsam fließenden Flüssen, in Seen und in Brackwasserregionen von Flüssen, also dort wo Flüsse ins Meer münden. Der Karpfen hat sich über hunderte von Jahren an diese unterschiedlichen Lebensräume angepasst. Dies sieht man daran, dass Karpfen sich unterschiedlich an Temperaturen angepasst haben. Es gibt solche die wesentlich besser mit niedrigen Wassertemperaturen klar kommen als Karpfen die schon seit Generationen in warmen Gebieten vorkommen. Gleiches gilt im Übrigen auch für Koi die aus unterschiedlichen Regionen Japans kommen. Koi aus Niigata sind wesentlich leichter über den Winter in Deutschland zu bringen als solche aus Hiroschima.

Deshalb sollte man für unbeheizte Koiteiche zumindest auf Koi aus Niigata zurückgreifen. Aber Vorsicht, es gibt in Niigata mittlerweile Züchter, die ihre Koi wärm überwintern, also Ausnahmen bestätigen die Regel.

Der Karpfen lebt üblicherweise in trübem Wasser. Das hat zum einen damit zu tun, dass er permanent gründelt um nach Futter zu suchen. Dabei wirbelt er das Sediment auf. Zum anderen sind viele Flüsse und sehen von Natur aus trübe, je nach Nährstoff und Feststofffracht mal mehr und mal weniger. Deshalb hat der Karpfen und damit auch der Koi keine Schutzmechanismen in der Haut, die ihn gegen die UV-Strahlung der Sonne schützen. Wir müssen daraus den Schluss ziehen, dass wir, wenn wir schon unbedingt den Teich klar haben wollen, zumindest für diesen Schutz sorgen müssen. Was passiert wenn wir das nicht tun? Schauen sie sich einmal Menschen an, die sehr oft auf die Sonnenbank gehen, diese Menschen sehen schneller alt aus, weil das Sonnenlicht die Haut schneller altern lässt. Gleiches geschieht mit den Koi. Ein permanent der Sonne ausgesetzter Koi verliert viel schneller an Hautqualität, als einer der vor der Sonne geschützt wird. Dies kann binnen eines Sommers dazu führen, dass der Fisch nichts mehr Wert ist. Ich meine hierbei noch nicht einmal den bekannten Sonnenbrand sondern nur die Alterung der Haut.

Dazu kommt noch, dass die UV-Strahlung die Schleimhaut des Fisches, seine eigentliche Barriere zum Wasser und damit zu den Krankheitserregern zerstört. In der Schleimhaut des Fisches sind antibakterielle, antiparasitäre und antimykotische Stoffe drin. Es wurde durch eine Untersuchung nachgewiesen, dass diese Stoffe bei starker Sonneneinstrahlung zurück gehen. Die Bestätigung dieses Sachverhaltes sieht man auch, wenn man einen Koi mit einer bakteriellen Infektion, nach der Behandlung in einen trüben Teich setzt. Die Wunde heilt dort besser.

Oft höre ich das Argument, die Koi sonnen sich doch so gerne! Auch hier wird wieder gemenschelt. Koi sonnen sich nicht sondern Koi schwimmen dorthin, wo es eben ein bisschen wärmer ist als im restlichen Teich! Das hat damit zu tun, dass der Koi gefühlsmäßig wärmere Regionen bevorzugt. Leider sind diese dann in unseren Teichen ungeschützt, nämlich klar. Was dann passiert, siehe oben.

Klare Teiche sind auch Teiche ohne Schwebealgen. Diese Algen sind aber eine willkommene Nahrungsergänzung für den Koi. Obwohl viele Koifutter heute sehr ausgewogen und gut sind, gibt es immer noch kein künstliches Futter, welches besser wäre als Naturfutter. In klaren Teichen gibt es das aber nicht. Ebenso ist es mit dem Bodengrund, warum entwickeln die Koi in den Mudponds in Japan die besten Farben, weil sie dort bei der Nahrungssuche auf dem Teichboden permanent auch kleine Mengen an Tonerde mit aufnehmen. Diese enthält neben Kleinstlebewesen auch Spurenelemente die der Koi benötigt.

Obwohl es eigentlich jedem klar sein müsste, liegt einer der größten Unterschiede im Vergleich zur Natur in der Wassermenge die wir unseren Koi zur Verfügung stellen. In einem Fluss lebt der Karpfen permanent in frischem nachfließendem Wasser, in großen Seen ist das Verhältnis Fischmenge zu Wasservolumen ebenfalls sehr viel besser als in unseren Teichen.

Was machen wir, wir halten Koi im Vergleich dazu in relativ kleinen Teichanlagen und jetzt kommt der Fehler, wir sparen am Wasserwechsel. Der Koihandel bietet Produkte an, die dazu dienen sollen, weniger Wasser zu wechseln, aber das ist die falsche Strategie. Ein Wasserwechsel ist der beste Filter! Nur durch einen Wasserwechsel werden Stoffe, die in unseren kleinen Systemen nur schwer abgebaut werden können, aus dem System sicher entfernt.

Strömung ist in vielen Teichen Fehlanzeige. Warum, weil wegen schlechter Filtertechnik oder falscher Planung die Umwälzrate so gering ist, dass es zu keiner merklichen Strömung kommt. Jetzt wird wieder argumentiert, Karpfen kommen in Seen ohne Strömung vor. Das ist zwar richtig, aber wie ich weiter oben sagte, kommt der Karpfen auch in langsam fließenden Flüssen vor. Seine Körperform bestätigt, dass er mit einer langsamen Strömung problemlos umgehen kann. Es ist aber so, dass die Strömung eine Menge Vorteile für Koiteiche bietet. Strömung bedeutet zunächst einmal, dass sich die Koi bewegen müssen und nicht nur faul auf der Haut liegen dürfen. Da Koi sich nicht freiwillig bewegen, dient die Strömung dazu, dass sie sich bewegen müssen. Wir wissen von uns, wenn wir nur rumsitzen und essen, werden wir dick und rund. Die Kondition lässt nach und wir werden auch leichter krank. Gleiches kann man für Koi sagen, wenn wir sie nur füttern ohne für den Rest zu sorgen, gehen die Koi aus dem Leim. Deshalb sieht man an Koiteichen oft Fische die zu Fett sind.

Die Strömung hat aber noch weitere Vorteile, sie verbessert die Biologie im Teich weil durch eine bessere Wasserdurchmischung alle Bereiche mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Strömung sorgt auch dafür, dass Schwebstoffe, die sich auf dem Teichboden abgesetzt haben, wieder in die Schwebe kommen und dann mit der Strömung aus dem System ausgetragen werden können.

Belüftung gehört für mich auch zur Wasserpflege. Dabei hat Belüftung viele Aufgaben, wie das anreichern des Wassers mit Sauerstoff, erzeugen einer vertikalen Strömung, Wasserbewegung an der Oberfläche (Sonnenschutz) und Austreiben von CO2 . In einem japanischen Koibuch habe ich sogar gelesen, dass die Geräusche der Belüftung den Appetit der Koi anregen sollen.

Fütterung

Gerade beim Füttern von Koi werden viele Fehler gemacht. Gehen wir einmal davon aus, dass sie ein gutes Futter verfüttern, so ist die Art und Weise wie sie das machen von wesentlicher Bedeutung.

Üblicherweise füttern wir, vor der Arbeit und nach der Arbeit. Da wir morgens wenig Zeit haben, gibt es morgens wenig Futter und nach der Arbeit mehrere Portionen. Auch hier hilft ein Blick auf die Natur. Wild lebende Karpfen suchen eigentlich immer nach Nahrung. In Flüssen und Seen finden sie hochwertige eiweißhaltige Naturnahrung in kleinen Mengen. Deshalb müssen sie permanent suchen und bleiben dabei in Bewegung. Wir hingegen füttern ein künstliches Futter und geben wenige Male am Tag große Mengen. Das führt dann dazu, dass stürmische Fische wie Chagoi, Soragoi und Karaschi sich vollfressen und eher schüchterne zu wenig abbekommen können. Genau dieses Bild wird am Koiteich bestätigt, oben genannte Varietäten sind in der Regel größer und runder als andere. Was ist nun zu tun um die Situation zu verbessern?

Die Antwort lautet, viele Male am Tag (innerhalb von 24h) kleine Mengen füttern. Am besten installieren sie einen Futterautomaten, der über eine Zeitschaltuhr die Hauptfütterung übernimmt.

Die Zeiten zu denen sie zuhause sind und selber füttern können, sparen sie aus. Dieses verteilte füttern führt auch zu einer besseren Futterausnutzung und zu einer besseren Arbeit des biologischen Filters. Das Wasser wird nämlich gleichmäßiger mit den Ausscheidungsprodukten der Fische belastet. Es lohnt ein weiterer Blick in die Natur, der Fluss oder See in dem der Karpfen lebt ist trübe, die ausgeprägten Wechsel zwischen Tag und Nacht kennt der Karpfen deshalb nicht. Sie sind für ihn und für seine Nahrungsaufnahme nicht von Bedeutung. Da das Gewässer trübe ist, kann er sich immer dann zur Ruhe begeben wenn ihm körperlich danach ist. Koi schlafen ja nicht, sie ruhen nur.

Die Körnung des Futters hat auch eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Nehmen wir ein Beispiel, sie füttern pro Mahlzeit 100 Gramm Futter. Wenn sie nun ein Futter mit einer 6mm Körnung nehmen, ist es für die eher stürmischen Fische ein leichtes schnell das meiste wegzufressen. Nehmen sie stattdessen eine 3mm Körnung, so dauert es auch für die stürmischen viel länger, bis sie alles erwischen. Das bedeutet, die Koi sind länger mit dem Fressen beschäftigt ohne dazu mehr Futter zu benötigen und die die nicht so wild sind bekommen auch ihren Teil ab.

Das ihr Teich so gebaut sein sollte, dass Futter nirgends hinschwimmen kann, wo die Fische es nicht mehr erreichen können, versteht sich eigentlich von selbst, alleine es wird nicht immer darauf geachtet.

Noch ein Hinweis zum füttern. Natürlich wollen wir unsere Koi beim füttern sehen, aber bitte überlegen sie einmal, wie die Fische in der Natur fressen. Für den Koi ist es unüblich, Futter von der Wasseroberfläche aufzunehmen. Normalerweise frisst er vom Boden. Wir aber füttern vorwiegend mit Schwimmfutter. Neben dem Nachteil, dass der Fisch während des Fressens mit Schulter und Rücken aus dem Wasser kommt (Sonnenschutz) bedeutet dies auch, dass er artuntypisch fressen muss. Dies ist an sich schon ein Nachteil, aber es hat auch einen negativen Einfluss auf die Körperform, weil er dazu permanent den Unterleib überdehnt. Jetzt werden sie sagen, übertreibt er aber. Nun selbst wenn es nicht schadet, optimal ist es keinesfalls.

Ich kann ihnen mit diesem Beitrag sowieso nur Aufzeigen was gut und was schlecht ist, entscheiden was sie davon umsetzen, müssen sie selber.

Dass das Futter in Menge und Zusammensetzung an die Jahreszeit angepasst sein sollte, braucht man glaub ich auch nicht mehr besonders zu betonen.

Beim Futterpreis scheiden sich natürlich auch die Geister. Deshalb hier nur ein Tipp, was nichts kostet kann nichts sein, was teuer ist muss nichts sein. Aus meiner Erfahrung dürfen 15 kg eines guten Futters zwischen 80 und 140 € kosten, dann zumindest können die entsprechenden Inhaltsstoffe drin sein.

Teichmanagement

Was meine ich damit? Die Tatsache, dass wir einen Filter am Teich haben bedeutet ja noch lange nicht, dass der auch richtig arbeitet. Selbst wenn er richtig arbeitet benötigt er Wartung, je nach dem Filtertyp mehr oder weniger. Diese Wartung ist nötig um die erforderlichen Wasserparameter für den Koi einzuhalten. Deshalb sollte die Technik regelmäßig überwacht und überprüft werden. Leider sind Fehler, wie z.B. ein defekter Belüfter, daraus folgende unzureichende Bewegung in der Movingbead Kammer, nicht immer sofort zu sehen, weil Filter sind ja abgedeckt. Und sagen sie nicht, mir kann das nicht passieren, jeder neigt dazu mit zunehmend störungsfreiem Betrieb nachlässiger zu werden, das ist nur zu menschlich. Also regelmäßig alles kontrollieren!

Zu einem guten Teichmanagement gehört auch, regelmäßig die Keimrate im Wasser zu ermitteln. Dieser Parameter ist eine feine Sache um zu sehen ob noch alles im grünen Bereich ist, oder ob Maßnahmen nötig sind, die Teichhygiene zu verbessern.

Und eine ganz wesentliche Maßnahme ist, für möglichst viel Ruhe am Teich zu sorgen. Damit meine ich, alles was die Koi stören, erschrecken oder sonst wie aus der Ruhe bringen kann (häufiges Keschern, ins Wasser springende Kinder, fallende Bälle) sollte aufs nötigste Beschränkt werden.

Zu guter Letzt sollten sie dafür sorgen, dass die Schwankungen der Wasserparameter so gering wie möglich sind. Nicht die absoluten Werte sind alleine entscheidend, sondern konstante Werte in einem vertretbaren Bereich.

Wenn sie das alles befolgen, dann haben sie sicher gesunde Fische und brauchen keinen Tierarzt.

Koipflege im Herbst

Der Herbst ist gekennzeichnet durch langsam sinkende Wassertemperaturen und kürzere Tageslängen.

Füttern

Bedingt durch die langsam sinkenden Wassertemperaturen fressen die Koi weniger und können das angebotene Futter nicht mehr ganz so gut verwerten. Wichtig, das alte Futter aufbrauchen, nicht für das nächste Jahr verwahren.

Um die Fische in top Kondition in den Winter zu bringen, das Futter mit Vitaminen, Lebertran und Weizenkeimöl anreichern. Füttern ist gar nicht so schwierig, einfach darauf achten, wie die Fische das Futter annehmen, bzw. was ihr Appetit macht. Jetzt ist es Zeit auf ein Futter mit höherem Fettanteil zu wechseln. Saito z.B. bietet hier mit Saito Energy die ideale Mischung. Wichtig ist, die Futtermenge an die Wassertemperatur anzupassen. Wann sie mit dem Füttern aufhören sollten, hängt von vielen Faktoren ab, wobei sicher der Wassertemperatur die wichtigste Bedeutung zukommt. Ich achte darauf wann sie einfach nichts mehr mögen, und dann gibt es auch konsequent bis ins Frühjahr kein Futter mehr. 

Teichvorbereitung

 Jetzt ist es an der Zeit über die Wintervorbereitung nachzudenken. Letzte Baumaßnahmen am und im Teich sollten sobald wie möglich beendet werden, damit die Koi Ruhe haben. In unbeheizten Teichen fangen die Wassertemperaturen nun an zu schwanken und zu sinken, weil es nachts schon wieder recht kalt werden kann. Diese Probleme gibt es in beheizten Teichen nicht. Wasserfälle und Bachläufe sollten nun  nachts wegen der Abkühlung abgeschaltet werden. 

Koi Gesundheit

Sind die Koi in guter Verfassung oder zeigen sie irgendwelche Krankheitssymptome? Jetzt heißt es die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen. Kranke Koi müssen im warmen überwintern und nach Möglichkeit behandelt werden. Kranke Koi dürfen in keinem Fall im Teich bleiben, unter 16°C Wassertemperatur heilt keine Wunde mehr.

Fische beobachten! Geht es den Koi gut, schwimmen sie ruhig oder scheuern sie sich, gibt es Anzeichen für ein bakterielles Problem so muss dies unbedingt jetzt noch analysiert und behandelt werden. Achtung, weder den Teich noch die Fische auf Verdacht behandeln, das belastet die Fische mehr als es nützt. Ideal ist es einmal im Herbst den Fischtierarzt kommen zu lassen. Er macht dann einen Abstrich von der Schleimhaut, schaut in die Kiemen und sie wissen dann ganz genau dass alles in Ordnung ist oder können sofort geeignete Maßnahmen ergreifen, dass alles in Ordnung kommt.

Dreck im Teich

Man kann es gar nicht oft genug sagen, der Dreck muss weg! Größte Sorgfalt ist nötig, den Dreck vom Boden und aus den Ecken aus dem Teich zu entfernen. Besonders im Winter ruhen die Koi am Teichgrund. Zwar sind Bakterien und Parasiten zu dieser Jahreszeit nicht sonderlich aktiv, trotzdem ist es für den Koi nicht gut mit seiner empfindlichen Unterseite im faulenden Schlamm zu liegen. In diesem Zusammenhang sei die Anschaffung eines Teichstaubsaugers angeraten. Auch sollten die Rohrleitungen und Bodenabläufe mindestens 2 x im Jahr überprüft und gereinigt werden.

Ist die Technik in Ordnung?

Meist denk man daran wenn es zu spät, bzw. wenn es wieder zu kalt ist. Jetzt ist die ideale Zeit alle erforderlichen Arbeiten durchzuführen, die ein Bad im Koi-Teich erfordern. Es geht jetzt sehr schnell und bevor wir uns versehen, ist der Winter da. Jetzt ist noch Zeit genug, deshalb schon mal überlegen was noch zu tun ist bis zum Winter. Brauche ich eine Quarantäne oder Innenhälterung? Was mache ich mit dem Teich, heizen, abdecken, oder gar nichts?

Filterhygiene. Je nach Filterbauart und Filtermedium, setzt sich dieser über kurz oder lang mit abgestorbenen Bakterien zu und dieser Schmutz muss entfernt werden. Es empfiehlt sich eine solche Reinigung mit einem Teil des Filters bereits jetzt zu machen. Hat sich der erste Teil dann erholt, kommt der nächste dran.

 Ein kleiner Gerätescheck kann auch hin und wieder nicht schaden. Wie sehen denn die Pumpen und hier vor allem die Laufräder aus? Verschmutzt, beschädigt oder am Ende gar verschlissen. Vielleicht haben Sie sich schon gewundert, warum ihr Durchsatz zurück ging.

Wasserqualität - Wasserwechsel

 Man kann es gar nicht oft genug sagen, die Koi Gesundheit ist massgeblich von der Wasserqualität abhängig. Ist das Wasser in Ordnung sind es auch die Koi. Wechseln Sie ausreichend Wasser? Regelmäßige Frischwassergaben sind das ganze Jahr über erforderlich. Nun beginnen bereits die ersten Pflanzen abzusterben, weil es denen nachts zu kalt wird. Schmutz und abgestorbene Pflanzenteile die erst gar nicht in den Teich fallen, müssen später nicht erst mühsam entfernt werden, also abschneiden und entfernen was sowieso nicht mehr wachsen will.

 Sturmvorsorge. Bald beginnen die ersten Herbststürme. Deshalb, auch hier Vorsorge treffen. Gegebenenfalls den Teich mit einem Netz gegen herabfallendes Laub schützen.

Fischkauf

Es gibt unterschiedliche Ansichten darüber, ob man im Herbst noch neue Fische kaufen sollte. Händler werben ja gerade zu dieser Jahreszeit mit besonders günstigen Preisen um ihre Koi vor dem Winter los zu werden. Überlegen sie einfach im Vorfeld, was wäre im schlimmsten Fall? Können sie den Teich beheizen um ihn behandeln zu können oder haben sie eine Quarantäne, kein Problem, wenn nicht, dann bitte Vorsicht. Jedenfalls sollten die Fische nur von einem bekannten Händler kommen um das Risiko zu minimieren. Kleine Koi sind empfindlicher als große, Quarantäne bringt sicherlich etwas, schließt das Risiko aber nicht absolut aus. Auf die Wassertemperatur zwischen dem Wasser bei ihrem Händler und in ihrem Teich sollten sie besonders achten: Stimmen die Wassertemperatur beim Händler mit den ihren nicht überein bedeutet es für den Koi einen hohen Energieaufwand sich an die neue Temperatur anzupassen. Kaufe ich einen kleinen oder einen großen Fisch? Da besteht ein Unterschied. Ein kleiner Koi sagen wir mal ca. 12 cm ist wesentlich empfindlicher bezüglich der Eingewöhnung in ein neues System, gerade vor dem Winter, als ein großer. Natürlich bringt der Neue auch seine Biologie mit, d.h. Bakterien, Pilze ggf. auch ein paar Parasiten. Dies ist jetzt noch nicht dramatisch, dafür umso mehr im Frühjahr bei steigenden Wassertemperaturen. Und zu guter Letzt, habe ich geeignete Möglichkeiten sollte der Neue nun doch noch krank werden in meinem Teich?

Abdecken oder nicht Abdecken! Wenn Abdecken, dann ist jetzt die richtige Zeit. Ein frühzeitiges Abdecken bewirkt ein langsameres Abkühlen des Teiches und damit eine kürzere Ruheperiode der Fische. Ist ihre Teichabdeckung vorbereitet. In der Regel dauert das Abdecken eine Weile, und da sollte alles vorbereitet sein bevor man beginnt. Das stresst die Fische weniger.

Achtung, wenn sie den Teich abdecken, achten sie für einen ausreichenden Gasaustausch. Eine dichte Abdeckung würde verhindern, dass das CO2 aus dem Wasser ausgasen kann. Damit würde es sich anreichern und zunehmend die Atmung der Koi erschweren!

 Liest man die oben genannten Punkte durch, so stellt man fest, dass fast alle mit der sinkenden Wassertemperatur zu tun haben. Hat man hingegen einen geheizten Teich, hat man das Thema wesentlich besser im Griff weil man die Temperatur kontrollieren und damit auch eingreifen kann, falls erforderlich. Welche Temperatur nun im Winter für die Koi optimal ist und über welchen Zeitraum, da gibt es sehr viele unterschiedliche Meinungen, das soll jeder für sich selbst entscheiden. Ich jedenfalls werde die Zeit der Minimaltemperatur so kurz wie möglich halten. Das heißt Heizen bis zum November, dann abkühlen lassen bis auf 4°C und im März April langsam wieder aufheizen.

 Autor: Robert Jungnischke, diesen Artikel hatte ich für das KLAN Magazin 4/09 geschrieben.

 
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